Was ist Crowdinvesting?

Das Direktinvestment in Immobilien wird für Anleger in Zeiten der Niedrigzinsphase immer interessanter. Die Kapitalflucht in Betongold hat Aufwind und die Immobilienpreise sprechen für eine hohe Nachfrage. Doch Immobilien sind teuer. Daher flüchten viele in indirekte Investments. Prominentestes Beispiel sind Immobilienfonds, die zeitweise als „Gewinngarant“ betitelt wurden. Alternativen sind Immobilienaktien – wie beispielsweise die sogenannten REITs -, Immobilienanleihen und Pfandbriefe jeglicher Art. Eine neue Möglichkeit stellt hingegen das Crowdinvesting dar. Aber was ist Crowdinvesting, wie funktioniert es und welche Gefahren birgt es?

 

Was ist Crowdinvesting?

Crowdinvesting ist eine Finanzierungsform, bei der sich zahlreiche Investoren mit meist geringen Beträgen an einem Projekt beteiligen. Aus unternehmerischer Sicht wird dabei das Risiko auf viele Investoren gestreut, womit das Einzelrisiko geringer ist. Die Anlage erfolgt dabei über das Internet. Crowdinvesting ist eine Spezialform des Crowdfunding. Der Unterschied liegt darin, dass Crowdfunding einer Spende gleichkommt. Man bekommt für sein „investiertes“ Geld keine Gegenleistung in Form von Geld oder Kapital, sondern lediglich Aufwendungen wie T-Shirts oder bei Hardware Unternehmen einen Prototyp. Crowdfunding dient daher eher der Finanzierung von Künstlern oder einem Projekt aus der Unterhaltungsindustrie. Filme aber auch Videospiele werden manchmal über Crowdfunding finanziert. Crowdinvesting ist aus Anlegersicht eine Vermögensanlage. Man investiert in ein Projekt – beispielsweise ein Start Up oder eben eine Immobilie – und erhält dafür einen Anteil und im Optimalfall eine Gewinnbeteiligung. Das Crowdinvesting existiert erst seit 2009 und war zu Beginn hauptsächlich dazu gedacht, Start Ups zu finanzieren, im Laufe der vergangenen Jahre entwickelte sich besonders die Immobilienfinanzierung heraus. Das Immobiliensegment nimmt aktuell mit einem Volumen von 131,7 Millionen € den größten Anteil im Crowdinvesting ein. Mit weitem Abstand folgt die Start-Up Finanzierung mit 31,0 Millionen €.

 

Wie funktioniert Crowdinvesting bei Immobilien?

Immobilie Crowdinvesting läuft in der Regel über eine Internetplattform wie beispielsweise BERGFÜRST ab. Auf der Plattform wird ein Objekt inseriert, an dem man sich beteiligen kann. Für Immobilien üblich, wird eine feste Verzinsung angeboten, die der Anleger auf jeden Fall erhält. Damit ähnelt das Crowdinvestment bei Immobilien der Funktionsweise einer fest verzinsten Staatsanleihe, jedoch mit dem Unterschied, dass in den meisten Fällen das Risiko eines Totalverlusts besteht. In der Regel läuft diese Finanzierung bei Immobilien fünf Jahre, manche Anbieter bieten aber auch einen eigenen kleinen „Markt“ an, wo die Anteile veräußert werden können. Damit ist Crowdinvesting dem klassischen Anlegen gar nicht so unähnlich.

 

Was sind die Vorteile?

Das Crowdinvesting erfreut sich einer wachsenden Beliebtheit im Immobiliensegment. Das liegt daran, dass Anleger bei einem Immobilieninvestment ohne viel Vorwissen überlegen können, ob sich das Investment lohnt. Wer recherchiert, bekommt schnell einen Überblick über Mietrenditen, Mietmultiplikator und Maklerformel. Diese Kennzahlen reichen oft schon aus, um abschätzen zu können, in wie weit das Investment zu den eigenen Vorstellungen passt.

Der große Reiz ist aber die versprochene Verzinsung. In Zeiten, in denen das Sparbuch keine Zinsen mehr abwirft, die Bundesanleihe Negativzinsen einfordert und politische Unsicherheit den Aktienmarkt unberechenbar werden lassen, sind 5-7% Verzinsung mehr als lukrativ. Man schlägt die Inflationsrate und Immobilien gelten als sichere Anlage.

Außerdem ist es einfach: Wer in die Börse investieren will, muss erst einmal ein Depot eröffnen. Hier einen Überblick zu erhalten kann schon kompliziert werden. Crowdinvesting Plattformen gibt es zwar inzwischen auch viele, aber die Unterschiede sind oft so markant, dass die Auswahl recht einfach ist. Eine einfache Anmeldung und Hinterlegung der Bankdaten reicht meist aus und man hat sein Investment.

 

Aber wo ist der Haken?

Hohe Renditen und ein „angeblich“ geringes Risiko? Irgendwas stimmt da nicht oder? Crowdinvesting erfreut sich zwar aufgrund seines Neuartigkeit einer großen Beliebtheit ist aber nicht unumstritten. Da wären zu Beginn die typischen Risiken des Totalverlusts. Immobilien Crowdinvestments sind sogenannte Nachrang-Darlehn, das bedeutet, wenn eine Finanzierung platzt, dann bekommt man sein Geld erst wieder, wenn vorrangige Gläubiger bedient sind, eine Bank zum Beispiel.

Ein weiterer Nachteil ist, dass der Markt für Crowdfunding stetig wächst und dadurch unübersichtlicher wird. Für einen Laien ist nicht erkennbar, wie seriös das Angebot ist und man lange auswählen muss, bis man seine richtige Plattform gefunden hat.

Crowdinvesting ist nicht umsonst beliebt. Aus seiner reinen Beschaffenheit bietet diese Anlageform wenig Nachteile. Andererseits begrenzt dies auch die Rendite: Aktien besitzen ein hohes Risiko locken aber mit hohen Renditen. Risikofreudige Investoren können mit Pennystock Aktien Renditen erwirtschaften, die jenseits der 7% Grenze liegen. Das ist mit Crowdinvesting nicht möglich, die Rendite ist mit 5-7% begrenzt, wie dies auch bei den meisten Staatsanleihen der Fall ist.

Zusammenfassung

Crowdinvesting ist eine spannende Anlageform, die man sich als Anleger anschauen sollte. Die Vorteile liegen auf der Hand, geringer Kapitaleinsatz ab 10€ machen es jedem möglich sein Geld zu investieren. Die Vor- und Nachteile des Crowdinvestings werden sich in den kommenden Jahren zeigen. Wer in Crowdinvesting investieren will, kann dies mit geringem Aufwand tun und das ist ein Vorteil, der nicht von der Hand zu weisen ist. Man sollte sich vorher über die verschiedenen Plattformen informieren und bestenfalls über mehrere Anbieter sein Kapital streuen. Allerdings sollte man wie bei jeder Vermögensanlage nicht ausschließlich auf Crowdinvesting setzen. Als Teil des eignen Portfolios bietet sich Crowdinvesting auf jeden Fall an.

 

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